Bibelwort: Lukas 5,1-11

» Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! «

Mo 11. Feb 2019

Auf den ersten Blick gesehen geht es bei dieser Fischfang-Erzählung um Fleiß und Vergeblichkeit und um Gottvertrauen, auch im Misserfolg. Mich hat diese Geschichte von den Männern, die die ganze Nacht arbeiten und dann doch nur mit leeren Händen zurückkommen, immer sehr berührt.

Wenn ich aber genauer auf diese Geschichte hinschaue und sie 'durchkaue', dann entdecke ich auch noch etwas anderes: Petrus reagiert eigenartig. Nach nun endlich doch noch erfolgreichem Fischfang erschrickt Petrus und wirft sich Jesus zu Füßen. "Geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder", sagt er betroffen und irritiert. Es ist eine Geschichte des erschrockenen Gott-Erkennens: Petrus begegnet keinem Wunderrabbi, der halt die Mühen von Fischern belohnt, sondern es ist Gott selbst, der ihm da gegenübersteht. Schon im Alten Testament war das Sich-niederwerfen und das Senken des Kopfes ein Ausdruck der Verehrung der Größe und Schönheit Gottes. Petrus erkennt betroffen Gottes Größe und seine eigene Kleinheit. Aber dann gibt es noch eine schon im Alten Testament bekannte Formel: "Fürchte dich nicht!" Gott will nicht die Unterwürfigkeit, sondern das "Fürchte dich nicht!" kommt immer dann, wenn Gott es mit Menschen ganz besonders zu tun haben will, wenn er mit jemandem etwas Besonderes vorhat. Wie schön, dass Gott etwas mit so jemandem wie Petrus vorhat. Und auch mit uns heute. Manchmal lässt mich das ganz schön erschrecken.